Locker vom Hocker

Die Grönemeyer Wunderübungen für den Alltag

Das Leben ist wunderbar

Wie ich als Rückenexperte immer wieder betone: Der Rücken ist viel mehr als ein Körperteil, er ist ein psychosomatisches Organ. Das bedeutet: Was wir an negativen Erfahrungen oder Gefühlen in uns tragen, schlägt sich oft genug in unserer Haltung nieder. Die gedrückte Stimmung zeigt sich am gekrümmten Rücken. Genau deshalb ist es so wichtig, seine Gefühle aktiv in eine positive Richtung zu bringen. Auch wenn Ihnen vielleicht nicht danach zumute ist: Fangen Sie an zu lächeln, die hängenden Schultern ändern Sie, indem Sie Haltung annehmen und „die Brust rausstrecken“. Eine derart gezeigte positive Haltung wirkt positiv auf die innere Befindlichkeit. Es gibt eine sehr interessante Wechselwirkung, die man sich auch selbst zunutze machen kann. Denken Sie daran: Das Leben ist wunderbar, Sie selbst haben so viel Kraft, es zu gestalten. Versuchen Sie, Ihre Träume zu leben – mit einem Lächeln auf dem Gesicht und im Herzen.

Wunderbarer Start in den Tag

Atmen, dehnen, rekeln am Morgen: Vor allem, wenn Sie schlecht geschlafen haben, empfehle ich, nach dem Aufwachen erst mal tief zu atmen, mehrmals bewusst ein- und aus-zuatmen und sich zu rekeln und zu strecken. Das kann noch im Liegen im Bett geschehen, ist aber auch im Sitzen oder im Stehen möglich. Besonders empfehle ich tiefes Atmen, Rekeln und Dehnen im Stehen, möglichst sogar am geöffneten Fenster. Wir kommen über solche langsamen Bewegungen besser in Schwung und können den Tag aktiv beginnen. Diese Übungen sind besonders geeignet für Menschen, die schlecht schlafen und schwer aufwachen.

Die Wunderübung für jede Gelegenheit

Der Einbeinstand: Nutzen Sie jede Gelegenheit, um auf einem Bein zu stehen – beim Telefonieren, beim Kochen, beim Plaudern mit der Nachbarin, beim Warten auf Bahn oder Bus... Heben Sie ein Bein leicht an und versuchen Sie, ruhig – möglichst ohne zu wackeln – auf dem anderen zu stehen. Das trainiert ganz nebenbei Ihre Koordinationsmuskulatur und dies sehr effektiv. Der ganze Körper und vor allem Ihr Rücken werden es Ihnen danken! es gibt dabei mehrere Varianten: Die einfachste ist, nur auf einem Fuß zu stehen. Die zweite, etwas schwierigere Version besteht darin, sich mit dem Standbein auf die Zehenspitzen zu stellen. Die dritte Variante ist die schwierigste, weil sie hohe Konzentration erfordert: auf Zehenspitzen stehen und dabei die Augen geschlossen halten. Bei der ersten Variante können Sie zusätzlich noch langsame Kniebeugen machen. ein guter Zeitpunkt dafür ist beispielsweise das Zähneputzen! Drei Minuten sind optimal.

Für wunderbar elastische Arme und Schultern

Die folgende Übung dient dem Dehnen der Arm- und Schultermuskulatur: Sie verschränken die Arme hinter dem Rücken, indem Sie einen Arm von oben vorn über die Schulter zu den Schulterblättern führen, mit dem anderen Arm hinter Ihrem Rücken nach oben greifen und die andere Hand umfassen. Zunächst ertasten Sie, wenn überhaupt, vermutlich die obere Hand nur mit den Fingerspitzen, Sie bewegen die Hände einfach vorsichtig aufeinander zu, bis Sie mit den Händen ineinandergreifen. Bitte führen Sie diese Übung langsam und vorsichtig aus, wärmen Sie sich vorher auf, damit Sie sich nicht verspannen. Schaffen Sie es anfangs nicht, mit den Händen ineinander zu greifen, oder gelingt es Ihnen besser auf der einen Seite als auf der anderen, so wie wir ja meist Rechts- oder Linkshänder sind oder ein bevorzugtes Sprungbein haben? Egal, versuchen Sie diese Übung immer wieder zwischendurch, Sie dehnen so Ihre Arm- und Schultermuskulatur sehr effektiv.

Wunderbar einfaches Bauchmuskeltraining

Bauchmuskeltraining im Sitzen: Im Bus, Zug oder Flugzeug, aber auch zwischendurch im Büro oder vor dem Fernseher zu Hause können Sie nebenbei Ihre Bauchmuskeln trainieren. Es geht ganz einfach im Sitzen: Sie winkeln ein Bein an und drücken mit der Hand des seitengleichen Arms etwa 8 Sekunden fest auf den Oberschenkel. Dann führen Sie die Übung mit dem anderen Bein und der anderen Hand aus. Optimal sind 8 Einheiten. Das Bauchmuskeltraining ist wichtig als Gegenpart zum Rückentraining, denn die Stabilität des Rückens hängt auch mit einer gut trainierten Bauchmuskulatur zusammen. Die Übung können Sie immer wieder ausführen, zum Beispiel auch, wenn Ihnen bei längeren Fahrten – etwa als Beifahrer im Auto oder als Fahrer während der Pause – langweilig ist.

Schonendes training für ein wunderbares ISG

Um das Kreuzdarmbeingelenk (oder Iliosakralgelenk, ISG) zu dehnen, empfehle ich gerne folgende Übung: Sie setzen sich auf einen Stuhl. Mit geradem Rücken winkeln Sie ein Bein an und legen es über das andere. Sie legen eine Hand auf das Knie und drücken es nun vorsichtig hinunter, einige Sekunden lang. Spüren Sie ein Ziehen in Ihrem unteren Rücken? Jetzt 21, 22, 23 zählen, die Dehnung halten und das Ganze auf jeder Seite 3-mal wiederholen. Auf diese Weise können Sie Ihr ISG schonend dehnen. Je öfter Sie diese Übung – jeweils auf beiden Seiten – ausführen, umso besser. Lassen Sie sich bei dieser Übung zunächst von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten beraten, wenn Sie ein Hüftproblem haben. Keinesfalls mit Gewalt das Knie hinunterdrücken! Vor allem nicht, wenn sich Hüftschmerzen bemerkbar machen.

Für einen wundervoll beweglichen Hals

Sie sitzen gerade oder stehen in aufrechter Haltung. Dann drehen Sie Ihren Kopf langsam von rechts nach links und bewegen ihn 8-mal vor und zurück. So dehnen Sie Ihre Halsmuskulatur. Mehrmals täglich durchführen. Ein wunderbar geschmeidiger Hals wird es Ihnen danken.