Der Fuß

Füße sind das Fundament unseres Körpers. Das heißt sie sind jeden Tag Höchstbelastungen ausgesetzt: Sie müssen Unebenheiten des Untergrundes ausgleichen, während sie mit jedem Schritt das volle Körpergewicht tragen. Um diese Höchstleistung zu erbringen, ist ein sehr komplexer Aufbau aus über 20 Knochen und zahlreichen Muskeln, Sehnen und Bändern erforderlich.

Hallux-valgus-Deformität / Ballenzeh

Der Hallux valgus (auch Ballenzehe genannt) ist die häufigste Fehlstellung des Fußes. Ein Drittel der schuhtragenden Bevölkerung leidet daran, darunter überwiegend Frauen. Durch Wanderung des 1. Mittelfußknochens nach innen kommt es zur Verbreiterung des Vorfußes (Spreizfuß). Die ruft eine veränderte Arbeitsweise der Muskulatur hervor und führt so zur Abweichung der Großzehe nach außen.

Therapieverfahren

Konservative Behandlungsmöglichkeiten wie Einlagenversorgung oder das Tragen einer Hallux-valgus-Schiene können häufig die Beschwerden nicht dauerhaft bessern. Das Ziel der Therapie ist die Korrektur der Fehlstellung verbunden mit der Wiederherstellung einer normalen Belastung des Vorfußes. Hierzu sind operative Therapieansätze erforderlich. Die Auswahl des Op-Verfahrens richtet sich nach dem Ausprägungsgrad, also der Ausgangslage.

Hallux rigidus

Hallux rigidus beschreibt eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes. Die Ursache dafür ist oft eine Arthrose, also eine fortschreitende Zerstörung des Gelenkknorpels. Zu einem sogenannten primären Verschleiß kann es durch berufs- oder freizeitbedingte Überbelastung kommen, dabei entstehen wiederholt kleinere Verletzungen des Knorpels, die im Verlauf vieler Jahre zu einer Arthrose führen können. Einen sogenannten sekundären Verschleiß können Brüche mit Beteiligung der Gelenkfläche, aber auch Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht verursachen.

Besonders bei der Abrollbewegung kann es zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenkes kommen. Diese kann im Verlauf zunehmen und zur völligen Gelenkeinsteifung oder der Entstehung eines „Ballens“ auf der Oberseite des Großzehengrundgelenkes führen.

Therapieverfahren

Bei einem Hallux rigidus im frühen und manchmal auch mittleren Stadium wird zunächst konservativ behandelt. Dazu zählen unter anderem Einlagen, Kälteanwendungen, eine Schmerztherapie und ergänzend Hyaluron- und Cortison-Injektionen. Schreitet die Bewegungseinschränkung jedoch weiter voran, kann eine gelenkerhaltende Operation mit Entfernung der Kochenvorsprünge nötig werden. Ist schon das späte Stadium des Hallux rigidus erreicht, kann eine Versteifung des Gelenkes und eine Stabilisierung mit Schrauben und/oder einer Platte (Arthrodese) die empfohlene Therapie sein.

Der kindliche Knicksenkfuß

Der Knick-Senk-Fuß ist eine der häufigsten Fußfehlstellungen im Kindesalter. Meist entwickeln sich solche altersentsprechende Normvarianten bis zum Schulalter zu einer normalen Fußform. In seltenen Fällen bleibt diese Entwicklung jedoch aus, nach etwa dem 8. Lebensjahr ist die Ausbildung einer normalen Fußform nicht mehr zu erwarten. Die häufigste Ursache ist eine Bandlaxität. Selten können Fußdeformitäten auch durch neuromuskuläre und Bindegewebserkrankungen oder knöcherne Fehlstellungenverursacht werden.

Therapieverfahren

Bei einem Knicksenkfuß im ist keine Behandlung notwendig, solange keine Beschwerden auftreten. Treten jedoch Beschwerden auf, sollte eine Therapie eingeleitet werden. Zuerst ist eine Einlagenversorgung sowie eine physiotherapeutische Behandlung zur Kräftigung der Fußmuskulatur sinnvoll. Bei anhaltenden Beschwerden können minimal-invasive Operationstechniken zum Einsatz kommen, das Ziel einer Operation ist die Herstellung einer normalen Fußform. Idealerweise führt man eine Operation zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr durch.

Haglund-Exostose

Fersenschmerz im hinteren Fersenbereich 

Durch eine besondere Formvariante des Fersenbeines kann es im Ansatzbereich der Achillessehne zu einer Reizung und Schleimbeutelentzündung an der Ferse kommen. 

Symptome

Durch den mechanischen Druck der Exostose von innen und durch den Fersenbereich der Schuhe von außen kommt es zu einer schmerzhaften Reizung des Schleimbeutels am unteren Ansatz der Achillessehne. Häufig geht dies mit einer Schwellung und Rötung einher, so dass es hier zu erheblichen Druckschmerzen im Schuh kommen kann.
Bei Schmerzen ist auch eine Bewegungseinschränkung der benachbarten Gelenke typisch. 

Behandlung

Wenn diese Schmerzen durch Einlagen und Schuhzurichtung nicht ausreichend verbessert werden können, ist eine operative Entfernung des knöchernen Auswuchses der Ferse und des entzündeten Schleimbeutels sinnvoll. Manchmal ist hierzu sogar eine Ablösung und Neu-Einpflanzung der Achillessehne erforderlich. 

Morton-Metatarsalgie

Zwischen der 3. und 4. Zehe, gelegentlich auch zwischen den anderen Kleinzehen, kommt es durch einen besonderen Verlauf von Nerven gehäuft zur Ausbildung eines schmerzhaften Nervenknotens.  

Symptome und Krankheitsverlauf

Typische Beschwerden sind Schmerzen des Vorfußes sowie der dritten und vierten Zehe, die beim Gehen insbesondere in engem Schuhwerk auftreten. Dagegen bestehen geringere oder gar keine Beschwerden beim Tragen von weiten Schuhen oder beim Barfußgehen. Im Verlauf der Erkrankung kann ein Taubheitsgefühl an den betroffenen Zehen auftreten. 

Behandlung

Die konservative Behandlung umfasst eine Injektionsbehandlung und die Versorgung mit speziellen Einlagen. Die chirurgische Behandlung besteht in der Freilegung und/oder Entfernung des Nervs und Nervenknotens. Es verbleibt damit meist eine Gefühlsminderung im Versorgungsgebiet der Zehen-Nerven. 

Nachbehandlung

Um ein Anschwellen des Fußes nach der Operation zu vermeiden und um eine rasche Wundheilung zu erreichen, sollte der Fuß in den ersten Tagen konsequent und für insgesamt 10 Tage überwiegend hochgelagert und geschont werden. Die Belastung ist innerhalb der ersten Wochen noch schmerzhaft, gelegentlich auch länger. 

Hammerzehe - Krallenzehe - Klauenzehe

Es handelt sich hierbei um eine Fehlstellung der Zehen mit einer Beugung im Mittelgelenk und einer wechselnden Stellung im Grund- und Endgelenk.  

Symptome und Krankheitsverlauf

Durch den Druck des Knochens unter der Haut kommt es zur Ausbildung von schmerzhaften Hornschwielen und zeitweilig entzündeten Schleimbeuteln über den betroffenen Gelenken. 

Behandlung

Die Hammerzehen sind oftmals mit einer Ballenfehlstellung kombiniert. Bei der operativen Behandlung der Hammerzehe oder Krallenzehe kann bei noch flexiblen Gelenken eine Sehnenverlagerung die Fehlstellung korrigieren.

Lassen sich die Zehengelenke nicht mehr passiv strecken, wird das Köpfchen des Grundgliedes entfernt. Die dann korrigierte Stellung wird durch einen Draht stabilisiert, der meist nach 2 bis 4 Wochen wieder schmerzfrei aus der Zehe entfernt wird. Abhängig von der Art der Fehlstellung (Krallenzehe /Klauenzehe) ist auch eine Korrektur am Endgelenk und am Grundgelenk erforderlich.  

Schneiderballen oder Kleinzehenballen
Bunionette

Von einem Schneiderballen spricht man bei einer schmerzhaften knöchernen Vorwölbung des 5. Mittelfußköpfchens. Der Begriff kommt aus früheren Zeiten, zu denen die Schneider mit gekreuzten Beinen ihre Arbeit verrichteten und dadurch genau diesen Teil des Fußes überlasteten. 

Symptome und Krankheitsverlauf

 
Im Bereich der Kleinzehe können ähnliche Veränderungen wie an der Großzehe auftreten, die in gleicher Weise zu schmerzhaften Druckerscheinungen an der Fußaußenseite führen. Ein Beispiel hierfür sind die dann auftretenden Schmerzen beim sogenannten “Schneidersitz” (deswegen auch “Schneiderballen“ genannt).  

Behandlung

Die operative Behandlung kann wie am ersten Mittelfußknochen durch eine Verschiebung des Köpfchens oder durch Keilentnahme aus dem Schaft erfolgen.