MRT Herz (Kardio-MRT)
Mit einer MRT des Herzens, auch Kardio-MRT oder Herz-MRT genannt, lassen sich Aufbau und Funktion des Herzens detailliert beurteilen. Zudem können unter anderem entzündliche Veränderungen, wie beispielsweise eine Herzmuskelentzündung, Narben und Durchblutungsstörungen des Herzmuskels sichtbar gemacht werden. Die Untersuchung arbeitet mit Magnetfeldern und Radiowellen, kommt ohne Röntgenstrahlung aus und kann je nach Fragestellung unter anderem Veränderungen des Herzmuskels und der Durchblutung sichtbar machen.
Auf einen Blick:
- Verfahren: Nicht-invasive MRT-Untersuchung ohne Röntgenstrahlung
- Beurteilung: Aufbau und Funktion des Herzens sowie krankhafte Veränderungen des Herzmuskels Was sieht man? Unter anderem Herzmuskel, Herzkammern, Pumpfunktion, Herzklappen und Blutfluss sowie Narben und entzündliche Veränderungen, beispielsweise bei einer Herzmuskelentzündung
- Durchblutung: Untersuchung der Herzmuskeldurchblutung möglich, bei entsprechender Fragestellung als Stress-Kardio-MRT
- Dauer: In der Regel etwa 30 bis 60 Minuten, mit Vor- und Nachbereitung ca. 90 Minuten
- Kontrastmittel: Die Untersuchung erfolgt mit einem gadoliniumhaltigen MRT-Kontrastmittel
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Wie läuft eine Kardio-MRT ab?
Für aussagekräftige Aufnahmen wird die Untersuchung mit dem Herzschlag synchronisiert. Während der Kardio-MRT werden deshalb EKG-Elektroden angebracht und wiederholt kurze Atemkommandos gegeben.
1. Vorbereitung auf die Kardio-MRT
- Vor der Untersuchung werden unter anderem Vorerkrankungen, Implantate und andere MRT-relevante Faktoren abgefragt.
- Metallische und elektronische Gegenstände wie Schmuck, Uhren, Hörgeräte oder Mobiltelefone müssen abgelegt werden.
- Vor der Untersuchung wird ein Venenzugang gelegt. Darüber wird das gadoliniumhaltige MRT-Kontrastmittel und bei einer Stress-Kardio-MRT zusätzlich ein Medikament verabreicht.
- Für eine normale Kardio-MRT ist in der Regel keine vollständige Nüchternheit erforderlich. Wir empfehlen, etwa zwei Stunden vor der Untersuchung nichts mehr zu essen oder zu trinken. Für eine Stress-Kardio-MRT gelten zusätzliche Vorgaben, insbesondere hinsichtlich koffeinhaltiger Lebensmittel und Getränke.
2. Untersuchung im MRT
- Während der Untersuchung liegt der Patient auf dem Rücken auf einer beweglichen Liege.
- Auf dem Brustkorb werden EKG-Elektroden angebracht, damit die Bildaufnahme mit dem Herzschlag synchronisiert werden kann. Zusätzlich wird eine Empfangsspule im Bereich des Oberkörpers positioniert, die der Aufnahme möglichst detailreicher Bilder dient.
- Gegen die typischen Klopf- und Brummgeräusche des MRT-Geräts erhält der Patient einen Gehörschutz.
- Während der gesamten Untersuchung besteht Kontakt zum Untersuchungsteam. Für möglichst scharfe Aufnahmen ist es wichtig, ruhig liegen zu bleiben.
- Während bestimmter Messungen erhält der Patient klare Atemkommandos. Auf entsprechende Anweisung wird die Luft für kurze Zeit angehalten, häufig etwa 10 bis 20 Sekunden. Dazwischen kann normal weiter geatmet werden.
Die eigentliche Kardio-MRT dauert je nach Fragestellung und Umfang in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten.
3. Nach der Untersuchung
Nach einer Kardio-MRT kann der Patient seinen Alltag in der Regel direkt wieder aufnehmen. Wurde ein Beruhigungsmittel gegeben, gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen und es darf für einen bestimmten Zeitraum kein Fahrzeug geführt werden.
Die Bilder werden anschließend radiologisch ausgewertet. Der Befund wird je nach Standort und Behandlungsablauf mit dem Patienten besprochen und/oder an den überweisenden Arzt weitergeleitet.
Kontrastmittel bei der Kardio-MRT
Bei der Kardio-MRT wird ein gadoliniumhaltiges MRT-Kontrastmittel über eine Armvene verabreicht. Mithilfe des Kontrastmittels können unter anderem Durchblutungsunterschiede, entzündliche Veränderungen, Narbengewebe und geschädigte Bereiche des Herzmuskels genauer beurteilt werden. Anders als bei vielen CT-Untersuchungen handelt es sich dabei um ein jodfreies Kontrastmittel.
Vor der Untersuchung wird geprüft, ob medizinische Gründe gegen die Gabe des Kontrastmittels sprechen. Informieren Sie das Untersuchungsteam daher insbesondere über bekannte schwere Nierenerkrankungen und frühere Reaktionen auf MRT-Kontrastmittel.
Stress-Kardio-MRT: Untersuchung des Herzens unter Belastung
Bei einer Stress-Kardio-MRT, auch Belastungs-MRT genannt, wird zusätzlich untersucht, wie gut der Herzmuskel unter Belastungsbedingungen durchblutet wird. Dadurch können Durchblutungsstörungen sichtbar werden, die in Ruhe möglicherweise nicht erkennbar sind. Die Untersuchung kommt insbesondere bei Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung (KHK) zum Einsatz.
- Die Belastung wird mithilfe eines Medikaments über einen Venenzugang erzeugt. Dieses beeinflusst gezielt die Durchblutung der Herzkranzgefäße bzw. die Belastung des Herzens.
- Durch das Medikament können vorübergehend Beschwerden wie Herzklopfen, Wärmegefühl, Kurzatmigkeit, Druckgefühl im Brustkorb, Kopfdruck, Schwitzen oder allgemeines Unwohlsein auftreten. Diese klingen in der Regel nach Ende der Medikamentenwirkung rasch wieder ab.
- Die eigentliche Belastungsphase dauert nur wenige Minuten. Währenddessen werden Herzrhythmus, Puls und Blutdruck überwacht.
Besondere Vorbereitung auf die Stress-Kardio-MRT
- Kein Koffein: Vor der Untersuchung muss für 12 Stunden auf koffein- und teinhaltige Lebensmittel und Getränke verzichtet werden, z. B. auf Kaffee, schwarzen, grünen und weißen Tee, Cola, Energy-Drinks, Kakao und Schokolade.
- Medikamente absetzen: Bestimmte Medikamente müssen gegebenenfalls vor der Untersuchung pausiert werden. Sie dürfen jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden; die Einnahme wird vorab mit dem behandelnden Arzt bzw. dem Untersuchungsteam abgestimmt.
- Asthma, COPD und andere relevante Lungenerkrankungen: Diese sollten bereits bei der Terminvereinbarung bzw. im Vorgespräch angegeben werden.
Indikationen: Wann ist ein Kardio-MRT sinnvoll?
Eine Kardio-MRT kommt zum Einsatz, wenn Funktion und Durchblutung des Herzens oder mögliche Veränderungen des Herzmuskels genauer beurteilt werden sollen.
Am Standort Klinikum Leverkusen kann ergänzend die Gewebebeschaffenheit mittels Mapping untersucht werden.
Typische Beschwerden und Vorbefunde
Eine weiterführende MRT-Diagnostik ist oft sinnvoll bei:
- unklaren Brustschmerzen, Engegefühl oder Atemnot
- ungewöhnlichem Leistungsabfall, Herzstolpern oder Herzrasen
- auffälligen Befunden im EKG oder Ultraschall
- auffälligen Laborwerten (z. B. erhöhten Troponinwerten)
Wichtiger Hinweis: Plötzlich auftretende starke Brustschmerzen, ausgeprägte Atemnot oder andere akute Herzbeschwerden sind ein Fall für den Notarzt und sollten umgehend notfallmedizinisch abgeklärt werden.
Welche Herzerkrankungen lassen sich genauer beurteilen?
Je nach konkreter Fragestellung liefert die MRT wichtige Bilder für die Diagnose und Verlaufskontrolle folgender Erkrankungen:
Herzmuskelentzündung (Myokarditis): Entzündliche Veränderungen und daraus resultierende Gewebeschäden im Herzmuskel können sichtbar gemacht werden.
Koronare Herzerkrankung (KHK): Bei Verdacht auf verengte Herzkranzgefäße zeigt eine Stress-Kardio-MRT, ob der Herzmuskel unter Belastung noch ausreichend durchblutet wird.
Folgen eines Herzinfarkts: Die MRT hilft dabei, vernarbte oder irreparabel geschädigte Bereiche des Herzmuskels darzustellen und das Ausmaß des Schadens zu beurteilen.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Kardiomyopathien: Größe und Pumpfunktion der Herzkammern sowie Auffälligkeiten des Herzmuskels können beurteilt werden.
Weitere Fragestellungen: Die Untersuchung eignet sich auch zur Beurteilung von Herzklappenfehlern, angeborenen Herzfehlern, Erkrankungen des Herzbeutels (Perikard) sowie bei Verdacht auf kardiale Thromben oder Tumoren.

Was kostet eine Kardio-MRT?
Ob die Kosten für eine Kardio-MRT übernommen werden, hängt vom Versicherungsstatus und der medizinischen Indikation ab.
Gesetzlich versicherte Patienten: Eine Kardio-MRT gehört nicht pauschal zum regulären Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Übernahme erfolgt in der Regel nur bei spezifischen Fragestellungen (z. B. zum Nachweis bestimmter Kardiomyopathien) oder über spezielle Selektivverträge. Die Kostenübernahme sollte daher vorab mit der jeweiligen Krankenkasse geklärt werden.
Privat versicherte Patienten: Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine medizinisch indizierte Kardio-MRT in den meisten Fällen entsprechend dem individuellen Tarif.
Kardio-MRT als Selbstzahlerleistung: Ist keine Kostenübernahme möglich, kann die Untersuchung als Selbstzahlerleistung abgerechnet werden. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Stress-Kardio-MRT: Aufgrund des höheren Aufwands für Medikamente und Monitoring fallen die Kosten hier höher aus als bei einer Standard-MRT in Ruhe.
Wann ist ein Kardio-MRT nicht oder nur eingeschränkt möglich?
Da bei einer MRT ein starkes Magnetfeld eingesetzt wird, muss vor der Untersuchung geprüft werden, ob Implantate, Fremdkörper oder andere medizinische Besonderheiten vorliegen.
Informieren Sie uns insbesondere, wenn bei Ihnen:
- ein Herzschrittmacher oder Defibrillator implantiert ist– die entsprechenden Geräte- und Implantatausweise müssen bereits vor dem Untersuchungstermin eingereicht und geprüft werden,
- andere elektronische Implantate vorhanden sind,
- metallische Implantate oder Fremdkörper eingesetzt wurden,
- eine schwere Nierenerkrankung bekannt ist,
- eine Schwangerschaft besteht oder möglich ist,
- starke Platzangst besteht,
- bereits Reaktionen auf MRT-Kontrastmittel aufgetreten sind.
Häufig gestellte Fragen zur Kardio-MRT (FAQ)
Muss man für eine Herz-MRT nüchtern sein?
Für eine Kardio-MRT ist in der Regel keine vollständige Nüchternheit notwendig. Wir empfehlen, etwa zwei Stunden vor der Untersuchung nichts mehr zu essen oder zu trinken. Für eine Stress-Kardio-MRT gelten zusätzliche Vorgaben, insbesondere hinsichtlich koffeinhaltiger Lebensmittel und Getränke.
Wie lange dauert eine Kardio-MRT?
Die eigentliche Untersuchung dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten. Hinzu kommen die Vorbereitung und gegebenenfalls eine Nachbesprechung. Insgesamt sollten Patienten deshalb etwa 90 Minuten einplanen.
Warum muss man während einer Herz-MRT die Luft anhalten?
Beim Atmen bewegt sich das Herz gemeinsam mit dem Zwerchfell im Brustkorb. Dadurch können MRT-Bilder unscharf werden. Deshalb erhalten Patienten während der Untersuchung mehrfach kurze Atemkommandos und halten die Luft für einige Sekunden an.
Ist bei einer Kardio-MRT immer ein Kontrastmittel notwendig?
Ja. Die Kardio-MRT wird bei uns mit einem gadoliniumhaltigen, jodfreien MRT-Kontrastmittel durchgeführt. Es unterstützt unter anderem die Beurteilung der Durchblutung sowie die Darstellung von Narben und entzündlichen Veränderungen des Herzmuskels. Vor der Untersuchung wird geprüft, ob medizinische Gründe gegen die Kontrastmittelgabe sprechen.
Was ist eine Stress-Kardio-MRT?
Bei einer Stress-Kardio-MRT wird die Durchblutung des Herzmuskels unter medikamentös erzeugten Belastungsbedingungen untersucht. Dadurch können Durchblutungsstörungen erkannt werden, die in Ruhe möglicherweise nicht sichtbar sind. Die Untersuchung wird insbesondere zur Abklärung einer möglichen koronaren Herzerkrankung eingesetzt.
Ist eine Herz-MRT mit Herzschrittmacher möglich?
Eine Kardio-MRT kann mit bestimmten MRT-tauglichen Herzschrittmachern unter besonderen Sicherheitsvoraussetzungen möglich sein. Die Geräte- und Implantatausweise müssen dafür frühzeitig vor dem Untersuchungstermin eingereicht und geprüft werden. Zudem muss ein Kardiologe den MRT-tauglichen Herzschrittmacher vor der Untersuchung in den erforderlichen MRT-Modus versetzen. Ob die Untersuchung durchgeführt werden kann, wird daher immer vorab individuell geklärt.
Wie unterscheidet sich die Kardio-MRT vom Herzultraschall (Echokardiographie)?
Die Echokardiographie, also der Herzultraschall, gehört zu den wichtigsten Basisuntersuchungen des Herzens. Sie ermöglicht unter anderem eine schnelle Beurteilung der Herzfunktion und der Herzklappen. Die Kardio-MRT kommt häufig ergänzend zum Einsatz, wenn detailliertere Informationen über den Herzmuskel, beispielsweise zu Vernarbungen oder entzündlichen Veränderungen, sowie zu komplexen anatomischen und funktionellen Zusammenhängen benötigt werden.
Mehr Informationen
Wo wird die Herz-MRT angeboten?
Folgende radiologische Standorte der Med 360° bieten die Herz-MRT an:
Radiologie 360° am Evangelischen Krankenhaus (EVK) Bergisch Gladbach
Radiologie 360° am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Düsseldorf
Radiologie 360° im Sana Krankenhaus Benrath
Radiologie 360° Köln-Rodenkirchen
Radiologie 360° Leverkusen-Klinikum
Radiologie 360° am Sana-Klinikum Remscheid
Kardiologie 360° in München - Herzzentrum Alter Hof
Wie bekomme ich einen MRT-Termin?
Kardio-MRT-Termine können Sie über die oben genannten Standortseiten buchen oder über unser Kontaktformular sowie telefonisch anfragen.
Auf den folgenden Seiten finden Sie weiterführende Informationen zu MRT-Untersuchungen
Nicht alle Leistungen werden an allen Standorten der Radiologie 360° angeboten.
Sprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt über die medizinischen Leistungen, die in Ihrem Falle indiziert sind und über die Fragen einer etwaigen Kostenübernahme durch Ihre Krankenversicherung.
