CT-Thorax: Untersuchung von Lunge und Brustkorb

Bei einer Thorax-CT (Computertomographie des Brustkorbs) handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich Lunge, Atemwege, Gefäße, das Mediastinum (Mittelfellraum) sowie die knöchernen Strukturen des Brustkorbs darstellen lassen. Die Untersuchung erzeugt innerhalb weniger Sekunden detaillierte Querschnittsbilder. Im Vergleich zur konventionellen Röntgenaufnahme ermöglicht das CT eine überlagerungsfreie, dreidimensionale Darstellung der Strukturen im Brustraum.

Auf einen Blick:

  • Was wird untersucht? Lunge, Atemwege, Gefäße, Mediastinum, Herzumgebung und knöcherne Strukturen.
  • Dauer: Bildaufnahme meist 5–10 Sekunden, Gesamtaufenthalt ca. 10–15 Minuten.
  • Kontrastmittel: Nur bei bestimmten Fragestellungen erforderlich (z. B. Gefäßdiagnostik, Tumorverdacht).
  • Typische Gründe: Abklärung unklarer Röntgenbefunde, Atemnot, Tumorverdacht, Lungenembolie, Verlaufskontrolle.
  • Vorbereitung: Meist ist keine besondere Vorbereitung notwendig, bei Verwendung von Kontrastmittel sind jedoch die aktuellen Nierenwerte erforderlich.

Haben Sie eine Überweisung? Vereinbaren Sie gern einen Termin für eine CT des Brustkorbs bei unseren Spezialisten.

Was sieht man bei einer Thorax-CT?

Die CT unterscheidet verschiedene Gewebearten anhand ihrer Dichte. Dadurch lassen sich die Lunge und ihre fein verzweigten Atemwege ebenso beurteilen wie das Herz und der Herzbeutel.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Mediastinum (Mittelfellraum), in dem sich unter anderem wichtige Lymphknotenstationen, große Gefäße und die Speiseröhre befinden.

Darüber hinaus werden die Aorta und die Lungenarterien, das Brustfell, die Rippen und die Wirbelsäule sowie die angrenzenden Oberbauchorgane, wie die Leber und die Nebennieren, mit erfasst.

Vorbereitung auf die CT-Untersuchung

In der Regel sind für eine CT des Brustkorbs keine besonderen Maßnahmen erforderlich.

  • Für eine reine Lungenuntersuchung müssen Sie üblicherweise nicht nüchtern erscheinen.
  • Wenn ein jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht werden soll, sind aktuelle Laborwerte erforderlich, insbesondere der Kreatininwert zur Beurteilung der Nierenfunktion.
  • Bitte informieren Sie uns über bekannte Kontrastmittelallergien, eine eingeschränkte Nierenfunktion, eine Schilddrüsenerkrankung oder eine mögliche Schwangerschaft.
  • Tragen Sie möglichst metallfreie Kleidung, um Bildstörungen zu vermeiden.

So läuft die Untersuchung ab

  1. Der Ablauf einer CT-Untersuchung von Lunge und Brustkorb ist schmerzfrei und unkompliziert.
  2. Sie liegen auf einer Liege, die durch die ringförmige Öffnung des Geräts fährt.
  3. Während der Aufnahme erhalten Sie über Lautsprecher kurze Atemanweisungen (z. B. „Einatmen – Luft anhalten“).
  4. Es ist wichtig, ruhig zu liegen, damit die Bildqualität nicht beeinträchtigt wird.
  5. Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel nur wenige Minuten, wobei die eigentliche Bildaufnahme häufig weniger als 10 Sekunden beträgt.

Wann ist ein Kontrastmittel beim CT der Lunge notwendig?

Ob ein Kontrastmittel erforderlich ist, hängt von der jeweiligen Fragestellung ab.

  • Für die Beurteilung des reinen Lungengewebes (z. B. bei Emphysem oder Lungenfibrose) ist es in der Regel nicht erforderlich.
  • Bei Verdacht auf eine Lungenarterienembolie, zur Gefäßdarstellung, zur Abgrenzung von Tumoren oder zur Beurteilung von Lymphknoten wird dagegen in der Regel Kontrastmittel eingesetzt. Es verbessert die Darstellung von Blutgefäßen und Durchblutungsverhältnissen.

Nachbesprechung und Befundung

Die Auswertung wird von einem Facharzt für Radiologie durchgeführt.

In dringenden Fällen ist eine erste Einschätzung kurzfristig möglich. Der schriftliche Befund wird an den überweisenden Arzt übermittelt und liegt üblicherweise innerhalb von ein bis zwei Werktagen vor.

  • Gelegentlich werden sogenannte Zufallsbefunde (Nebenbefunde) festgestellt, die nicht mit der ursprünglichen Fragestellung zusammenhängen, beispielsweise kleine Rundherde oder vergrößerte Lymphknoten. 
  • Ob und welche weiteren Untersuchungen erforderlich sind, wird im individuellen Kontext entschieden. Bei speziellen Fragestellungen können ergänzende Verfahren wie eine CT-Angiographie oder eine PET-CT sinnvoll sein.

Einsatzgebiete der Thorax-CT

Die Untersuchung kommt sowohl in der Akutdiagnostik als auch zur Verlaufskontrolle zum Einsatz. Ein häufiger Anlass ist die Abklärung auffälliger Röntgenbefunde, da Überlagerungen die Beurteilung im konventionellen Röntgen einschränken können.

Beispiele für Fragestellungen:

  • Lungenerkrankungen: Abklärung von Lungentumoren, Metastasen, Entzündungen (z. B. Pneumonie), COPD, Emphysem, Lungenfibrose oder berufsbedingten Lungenerkrankungen (z.B. Asbestose).
  • Gefäßerkrankungen: Erkennung von Lungenembolien, Aneurysmen (Aussackungen) oder Gefäßveränderungen.
  • Traumata: Beurteilung von Rippen- oder Wirbelverletzungen sowie Pneumothorax.
  • Sonstiges: Beurteilung von Lymphknotenvergrößerungen, Flüssigkeitsansammlungen (Pleuraerguss, Herzbeutelerguss) und Anzeichen einer Herzinsuffizienz.

Symptome, bei denen eine Thorax-CT erwogen werden kann:

  • Akute oder zunehmende Atemnot
  • Anhaltende oder unklare Brustschmerzen
  • Chronischer Husten
  • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust in Kombination mit Atemwegsbeschwerden

Strahlenbelastung bei einer CT des Brustraums

  • Bei einer CT kommen Röntgenstrahlen zum Einsatz. Die effektive Strahlendosis einer Thorax-CT liegt, abhängig vom Untersuchungsprotokoll, meist im Bereich von 2 bis 7 mSv. Man unterscheidet zwischen einer diagnostischen Standard-CT und einer sogenannten Low-Dose-CT:
  • Eine Standard-CT wird bei konkreten medizinischen Fragestellungen eingesetzt und liefert eine besonders detaillierte Darstellung.
  • Eine Low-Dose-CT kommt unter anderem im Rahmen eines Lungenkrebs-Screenings bei Hochrisikopersonen, beispielsweise langjährigen starken Rauchern, zum Einsatz. Es arbeitet mit einer deutlich reduzierten Strahlendosis, ist jedoch auf bestimmte Fragestellungen beschränkt.

Die Entscheidung über Art und Umfang der Untersuchung wird unter Abwägung von Nutzen und möglicher Strahlenexposition getroffen.

Kontraindikationen

Bei Schwangerschaft, schweren Kontrastmittelallergien oder einer deutlich eingeschränkten Nierenfunktion sollte auf eine CT mit Kontrastmittel verzichtet werden. In solchen Fällen prüfen wir geeignete Alternativen wie Ultraschall oder MRT. Bitte informieren Sie uns vorab über Allergien, Vorerkrankungen oder bestehende Risiken.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

In der Regel übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen die Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Bei Selbstzahlerleistungen erfolgt die Abrechnung gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Häufige Fragen und Antworten zur CT des Brustkorbs

Wie lange dauert eine CT der Lunge?

Die eigentliche Bildaufnahme dauert meist nur wenige Sekunden. Planen Sie insgesamt etwa 10–15 Minuten im Untersuchungsraum ein.

Kann man Thorax und Abdomen gleichzeitig im CT untersuchen?

Ja. Eine kombinierte CT von Thorax und Abdomen wird häufig im Rahmen onkologischer Fragestellungen durchgeführt und kann in einem Untersuchungsgang erfolgen.

Was bedeuten schwarze Flecken oder weiße Punkte in der Lunge?

Dunkle Bereiche in der CT-Aufnahme können auf vermehrte Luftanteile hinweisen, wie es beispielsweise bei einem Emphysem der Fall ist. Helle Areale können Narben, Verkalkungen oder Rundherde sein. Die endgültige Bewertung erfolgt stets im klinischen Gesamtkontext.

Ist eine MRT oder eine CT besser für die Darstellung von Lungenkrebs geeignet?

Aufgrund der luftgefüllten Lungenstruktur ist die CT in der Regel besser geeignet, um Lungentumore darzustellen. Eine MRT kann bei speziellen Fragestellungen ergänzend eingesetzt werden z.B. zur Darstellung der Lymphknoten und der Gefäße.

Gibt es Alternativen zur Thorax-Computertomographie?

Die CT eignet sich besonders gut zur Darstellung der Lunge und der knöchernen Strukturen. In bestimmten Situationen können jedoch auch andere Verfahren sinnvoll sein. Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, hängt von der jeweiligen klinischen Fragestellung ab.

  • MRT: Vorteilhaft bei Fragestellungen zur Brustwand, zum Herzen oder zu Weichteilstrukturen, da keine Strahlenexposition erfolgt.
  • Ultraschall: geeignet zur Beurteilung von Pleuraergüssen oder oberflächennahen Veränderungen.
  • Konventionelles Röntgen: In vielen Fällen ausreichend für eine Erstabklärung.